Die Sonne liefert mehr Energie auf die Erde, als die gesamte Menschheit je verbrauchen könnte. Die eigentliche Frage ist daher nicht, ob sich Sonnenenergie nutzen lässt, sondern auf welche Weise das am besten zu Ihrer Situation passt. Denn «Sonnenenergie nutzen» bedeutet nicht automatisch gleich Photovoltaik auf dem Dach.
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen die fünf wichtigsten Möglichkeiten, Sonnenenergie zu nutzen — von der klassischen Photovoltaikanlage über Solarthermie bis hin zu Lösungen, die auch ohne eigenes Dach funktionieren.
Die bekannteste Methode: Solarzellen wandeln Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Dieser lässt sich im Haushalt nutzen, ins Netz einspeisen oder in einem Speicher für später aufbewahren. Photovoltaik eignet sich für praktisch jedes Haus mit unbeschatteter Dach- oder Fassadenfläche.
Statt Strom erzeugt eine Solarthermie-Anlage direkt Wärme — meist zur Unterstützung der Warmwasseraufbereitung oder der Heizung. Sonnenkollektoren auf dem Dach erhitzen eine Trägerflüssigkeit, die die Wärme ins Haus leitet. Solarthermie ist besonders effizient bei der Warmwassererzeugung, da hier ein hoher Wirkungsgrad erreicht wird.
Auch ganz ohne Solarpanels lässt sich Sonnenenergie nutzen: durch die clevere Ausrichtung von Fenstern und Gebäuden. Grosse, nach Süden ausgerichtete Fensterflächen lassen im Winter Wärme ins Haus, während ein cleveres Vordach im Sommer für Schatten sorgt. Diese passive Nutzung kostet nichts in der Anschaffung, ersetzt aber keine aktive Stromerzeugung.
Wer kein eigenes Dach besitzt, muss trotzdem nicht auf Sonnenenergie verzichten: Ein Balkonkraftwerk — ein oder zwei kompakte Solarmodule, die einfach am Balkongeländer oder auf der Terrasse montiert werden — speist Strom direkt in die Haushaltssteckdose ein. Die Leistung ist deutlich kleiner als bei einer klassischen Anlage, dafür ist die Einstiegshürde minimal.
Von Solar-Powerbanks über Camping-Solarpanels bis zu Solarladegeräten fürs Auto: Auch unterwegs lässt sich Sonnenenergie direkt nutzen, um Kleingeräte zu laden oder eine Grundversorgung sicherzustellen, etwa im Wohnmobil oder Gartenhaus.
| Methode | Erzeugt | Typische Investition | Am besten geeignet für |
|---|---|---|---|
| Photovoltaik | Strom | Mittel bis hoch | Eigenheimbesitzer mit Dachfläche |
| Solarthermie | Wärme/Warmwasser | Mittel | Haushalte mit hohem Warmwasserbedarf |
| Passive Solarnutzung | Wärme (indirekt) | Keine bis gering | Neubau/Sanierung, alle Haustypen |
| Balkonkraftwerk | Strom (klein) | Gering | Mieter, Wohnungseigentümer |
| Mobile Solargeräte | Strom (klein) | Sehr gering | Camping, Garten, unterwegs |
Sie wissen jetzt, welche Möglichkeiten es gibt – aber wie finden Sie konkret heraus, welche davon zu Ihnen passt? Diese vier Schritte helfen Ihnen bei der Orientierung.
Zuerst zählt, was Sie überhaupt zur Verfügung haben: ein unbeschattetes Dach, eine Fassade, ein Balkon oder Garten? Die verfügbare Fläche und deren Ausrichtung (idealerweise Süden, Südwesten oder Südosten) entscheiden bereits vor, welche der oben genannten Methoden überhaupt infrage kommt. Wer kein eigenes Dach hat, landet in der Regel schnell beim Balkonkraftwerk oder bei mobilen Lösungen.
Wie viel Strom oder Warmwasser verbrauchen Sie aktuell, und zu welchen Tageszeiten? Ein Blick auf die letzten Stromrechnungen gibt einen guten ersten Anhaltspunkt. Wer beispielsweise vor allem tagsüber im Homeoffice arbeitet, kann den selbst erzeugten Strom direkt nutzen – das erhöht den wirtschaftlichen Nutzen jeder der vorgestellten Methoden erheblich.
Je nach gewählter Methode unterscheiden sich Investition und Amortisationszeit stark – von wenigen Hundert Franken für mobile Geräte bis zu einer grösseren Investition bei einer vollwertigen Photovoltaikanlage. Prüfen Sie zudem, welche Fördermöglichkeiten (z. B. die Einmalvergütung EIV) für Ihre gewählte Lösung infrage kommen, und holen Sie nach Möglichkeit mehrere Offerten ein, um Preise und Leistungsumfang zu vergleichen.
Während mobile Solargeräte und viele Balkonkraftwerke sich ohne Fachbetrieb installieren lassen, sollten grössere Anlagen wie Photovoltaik oder Solarthermie durch erfahrene Fachleute geplant und montiert werden – unter anderem, weil hier auch die Anmeldung beim lokalen Netzbetreiber dazugehört. Nach der Inbetriebnahme lohnt sich ein Blick auf ein Monitoring-System, um die tatsächliche Leistung im Alltag im Auge zu behalten.
Ja. Ein Balkonkraftwerk oder mobile Solargeräte ermöglichen die Nutzung von Sonnenenergie auch für Mieter oder in Wohnungen ohne eigene Dachfläche.
Photovoltaik erzeugt Strom, Solarthermie erzeugt direkt Wärme für Warmwasser oder Heizung. Beide nutzen Sonnenenergie, aber auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlicher Technik.
Ein Balkonkraftwerk deckt vor allem die Grundlast kleinerer Haushaltsgeräte ab und amortisiert sich meist innerhalb weniger Jahre. Für eine vollständige Energieunabhängigkeit reicht die Leistung allerdings nicht aus.
Ja, das ist sogar sinnvoll: Eine Photovoltaikanlage für Strom lässt sich problemlos mit passiver Solarnutzung (Fensterausrichtung) und ggf. Solarthermie für Warmwasser kombinieren, um den Gesamtnutzen der Sonnenenergie zu maximieren.
Egal, ob Sie eine grosse Photovoltaikanlage planen oder erst herausfinden möchten, welche Lösung zu Ihrer Situation passt: Wir von WATT PEAK beraten Sie unabhängig und individuell. Gerne zeigen wir Ihnen auf, welche der oben genannten Möglichkeiten für Ihr Zuhause oder Ihr Unternehmen am meisten Sinn ergibt.
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